In jedem Moment kannst du eine Wahrnehmung wählen, die deinen Horizont erweitert und neue Möglichkeiten schafft. Eine Wahl ohne Tat bleibt ein Wunsch: Entschließe dich, vertraue, handle.
Vorwort
Dieser Leitfaden beschreibt, wie du deinem Leben freudvoll Richtung geben kannst. Ausgangspunkt ist das Gewahrwerden und breitere Anwenden des freien Willens.
Dieser Text bietet eine elementare Erläuterung. Ergänzende Dokumentation ist reichlich vorhanden. Die Prinzipien hinter diesem Leitfaden stehen in der Theorie des bewussten Wählens und der Philosophie der Unendlichkeit.
Dieses Wissen beruht auf persönlichen Erkenntnissen und gechanneltem Material.1
Die Befreiung des Willens
Freier Wille?
Freier Wille wirkt nach dem Prinzip entschließe dich und handle. Das Konzept ist theoretisch perfekt. Dennoch haben wir es mit Ergebnissen zu tun, die nicht unserer Erwartung entsprechen, und mit Ereignissen, an denen wir scheinbar keinen Anteil haben. Ein wirksamer freier Wille scheint also auf den ersten Blick eine Wahnidee oder bestenfalls stark eingeschränkt.
Das ist jedoch eine oberflächliche Schlussfolgerung. Wenn wir unsere Existenz sorgfältiger betrachten, folgt daraus, dass es prinzipiell unmöglich ist, dass uns etwas einfach so widerfährt.2 Doch was ist dann die Erklärung für unsere unerwarteten Manifestationen?
Zwiespalt
In jeder Wahl kommt das Ganze deiner Überzeugungen zum Ausdruck.3 Manche unterstützen die gewählte Richtung, andere wirken ihr entgegen. Viele Überzeugungen bleiben uns verborgen, und viele Wahlen sind automatische Reaktionen, die wir nicht als Wahl erkennen.4 Das braucht kein Problem zu sein, solange du Verantwortung für deine eigene Erfahrung übernimmst.
Wenn du aufrichtig von dir selbst als dem bestimmenden Faktor ausgehst, ist das Verstehen deiner eigenen Wahlen das Einzige, was relevant ist. Diese Einsicht gewinnst du, indem du darauf schaust, was du fühlst, denkst und tust.5
Erkenne dich selbst
Wenn Fühlen, Denken und Tun dieselbe Richtung unterstützen, erfährst du keinen Widerstand. Ein unbehagliches Gefühl kann sichtbar machen, dass Überzeugungen einander entgegenwirken.6 Je größer der Zwiespalt, desto stärker das Signal.
Wenn du handelst, ohne das Signal anzuerkennen, nimmst du diesen Zwiespalt mit in deine Wahl, und so ins Ergebnis. Indem du dein Interesse oder deinen Einwand untersuchst, bekommst du mehr Informationen darüber, was querliegt.7 Dieses Gewahrsein deiner Motivation gibt Einsicht darin, wie deine Wahl, und damit deine Erfahrung, zustande kommt.
Akzeptanz
Solange du dich gegen etwas wehrst, hältst du seinen Einfluss aufrecht. Das gilt auch für Umstände, die wir als feststehend betrachten und als Unrecht, Blockade oder Mangel ablehnen.8 Indem du annimmst, was ist, kann die Gegenwehr wegfallen, und andere Möglichkeiten kommen in den Blick.9 Was du anerkannt hast, aber nicht länger mit Aufmerksamkeit nährst, wird irrelevant für die Richtung, die du jetzt wählst.
Akzeptanz bedeutet also, dass du über eine Situation kein absolutes Werturteil fällst. Du brauchst sie nicht zu mögen oder zu verstehen; deine persönliche Vorliebe bleibt bestehen.10 Es ist, was es ist, und es braucht sich nicht erst zu verändern. Auf diese Weise kannst du eine Erwartung beiseitelegen.11 Was du freilässt, lässt auch dich frei: So entsteht Raum für Veränderung.
Vertrauen
Wie paradox oder einfach es auch scheint: Diese Akzeptanz ist der Schlüssel zum Aufheben jeder Barriere.12 Ohne Kampf können Fühlen, Denken und Tun dieselbe Richtung unterstützen. Diesen Zustand erfahren wir als Vertrauen, und Vertrauen macht eine wirksame Wahl möglich.
Vertrauen ist eine unbedingte Expression des freien Willens und übersetzt sich in den Weg des geringsten Widerstands zu deiner Intention.13 Selbst wenn du keine blasse Ahnung hast, wie dieser Weg in der Praxis aussehen sollte. Wenn du eine Richtung wählst, ohne unzähligen Einzelheiten Aufmerksamkeit zu schenken oder den Verlauf vorab festzulegen, entsteht Raum für diesen Pfad.
Aus dir heraus
Du entwickelst zielbewusst Möglichkeiten, indem du wohlüberlegt wählst und vertrauensvoll Geduld übst.14 Wählen geschieht nirgends anders als jetzt. Alles, was du tust, wirkt weiter. Jede neue Wahl, wie klein sie auch scheint, verändert die Richtung; Wiederholung macht einen Pfad daraus.
Indem du auf Widerstand achtest und, wo nötig, eine andere Wahrnehmung15 wählst, kannst du deinen Kurs halten. Passende Bausteine stellen sich ein, und du erfährst immer mehr Inspiration, Klarheit, Freiheit und Freude.
Unmöglich ist nichts.
- Unter anderem das von Elias, Abraham Hicks und Bashar. Die persönlichen Erkenntnisse gehen auf die Erfahrung zurück, die in der Realisierung eines außergewöhnlichen Selbstbildes beschrieben ist.↩︎
- Anteil haben bedeutet hier keine Schuld. Nichts steht außerhalb des Ganzen, und was wählt, ist dieses Ganze selbst, von einem Blickpunkt aus; was uns widerfährt, kommt also nicht von außen. Siehe Die Philosophie der Unendlichkeit.↩︎
- Siehe Die Theorie des bewussten Wählens.↩︎
- Eine Reaktion scheint dir zu widerfahren; doch auch sie ist eine Antwort, selbst wenn sie von allein kommt. Ausgearbeitet in der Vertiefung: Die Abweichung.↩︎
- Siehe das Diagramm zu Fühlen, Denken und Tun.↩︎
- Unbehagliche Gefühle und Reaktionen (verursacht durch Abwertung): Zweifel, Widerwille, Zwang, Unruhe, Unzufriedenheit, Verteidigen, Vergleichen, Irritation, Frustration, ein Gefühl von Unrecht, Wut, Angst, Ohnmacht usw. Auch eine freudvolle Richtung zu wählen, kann sich unbehaglich anfühlen.↩︎
- Focusing ist eine Methode, die hier unmittelbar anschließt.↩︎
- Was feststeht, steht oft in Worten fest: „So bin ich nun einmal“. Ausgearbeitet in der Vertiefung: Die Sprache.↩︎
- Akzeptanz und Hingabe (das Loslassen der Notwendigkeit, zu beherrschen) unterscheiden sich etwa von Aufgeben, Verleugnen oder Tolerieren, bei denen das erlebte Hemmnis bestimmend bleibt für das, was du tust oder lässt.↩︎
- Zur praktischen Unterstützung siehe unter anderem Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) und Achtsamkeit.↩︎
- Sorgen projizieren ist Tagträumen zu deinem Nachteil: dieselbe Einbildungskraft, gerichtet auf das, was du nicht willst. Was keiner unmittelbaren Sorge bedarf und sich nicht gut anfühlt, kannst du ruhen lassen. Das Jetzt schreibt – was willst du schreiben? Ausgearbeitet in der Vertiefung: Die Zeit.↩︎
- Eine Barriere ist Gegenwehr, die du selbst aufrechterhältst; deshalb kann Annehmen sie aufheben. Annehmen ist aktives Nicht-Tun: bewusst nicht forcieren – nicht verurteilen, kritisieren, richtigstellen, verteidigen, rechtfertigen, kompensieren, kontrollieren oder antizipieren. Du musst nichts, und manchmal ist Nichtstun die Wahl, die den Weg freimacht.↩︎
- Alles, was du willst, liegt stromabwärts: die Richtung, in der sich deine Intention ohne innere Gegenwehr entfalten kann. Ausgearbeitet in der Vertiefung: Die Zeit.↩︎
- Geduld ist hier selbstbestätigend: Eine Richtung, an der du nicht zweifelst, bestätigt sich selbst – die Veränderung bist du. Geduld steht dem Abwarten gegenüber, bei dem du die Veränderung weiterhin außerhalb deiner selbst suchst. Auch Abwarten ist eine Wahl: für einen Verlauf, der durch widersprüchliche Einflüsse bestimmt wird. Ausgearbeitet in der Vertiefung: Die Notwendigkeit.↩︎
- Wahrnehmung ist nicht nur, wie du die Dinge betrachtest, sondern auch, wie du wählst. „So bin ich nun einmal“ und „so habe ich es bisher gemacht“ meinen dasselbe; nur das Zweite lässt eine andere Wahl offen.↩︎
